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Spätes Familienglück bei den Zwergagutis
Pressemitteilung vom 24.01.2011
Er war lang ersehnt, der Familienzuwachs bei den Zwergagutis. Jetzt gibt es ein Jungtier, das bereits behaart und mit offenen Augen das Licht der Welt erblickte. Das Junge ist ein „Nestflüchter“, das sehr weit entwickelt nach der Geburt das Nest verlies. Schon nach 14 Tage Säugezeit ist der Nachwuchs überlebensfähig. Doch warum lies der Zuchterfolg vier Jahre auf sich warten? Das Weibchen PITTI war sehr wählerisch bei der Partnerwahl. Mehrmals tauschten die Zoologen das Aguti-Männchen aus, doch PITTI fand keinen Gefallen an den auserwählten „potentiellen“ Partner. Im September 2010 gelang endlich die Verpaarung bei den Zwergagutis – ein langer Geduldsfaden zahlte sich aus.
Zwergagutis fallen durch ihr markantes Aussehen auf: Der Kopf mit den kurzen Ohren verrät ihre Verwandschaft mit den Meerschweinchen, der hochbeinige Körper erinnert mehr an einen Zwerghasen. Bestens zum Laufen geeignet sind die kräftigen Beine, die in hufartigen Krallen enden. Sie kommen mit drei funktionalen Zehen an den Vorderfüßen aus. Zwergagutis haben etwa die Größe eines Zwergkaninchnes (Kopfrumpflänge 32-38 Zentimeter) und leben von dem, was von den Bäumen herunterfällt, vor allem Früchte und Samen. Obwohl es possierliche Regenwaldbewohner sind, werden sie teilweise auch vom Menschen gejagt (unbeliebtes Nagetier bei Plantagenbauern) oder kommen in Nordperu sogar auf den Speiseplan. Ihr Verbreitungsgebiet reicht von Kolumbien bis in das brasilianische Amazonasbecken hinein. Die einzelgängerisch lebenden Zwergagutis beanspruchen ein eigenes Territorium, das 6000 bis 12000 Quadratmeter groß sein kann.
Im Zoo Magdeburg leben sie im Menschenaffenhaus mit den Zweifarbtamarinen in einer WG zusammen. Das Jungtier ist sehr gut zu beobachten.
