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Seltene Tierart im Zoo Magdeburg: Männlicher Japan-Serau aus Los Angeles soll europäische Population erhalten

Pressemitteilung vom 20.02.2012

Eine weite Reise hat der männliche Japan-Serau hinter sich, der seit Januar 2012 im Zoologischen Garten Magdeburg lebt. Anderthalb Jahre Vorbereitung und eine vierwöchige Quarantäne im Zoo Wuppertal waren notwendig, um ihn wohlbehalten und mit allen notwendigen Genehmigungen der Veterinärbehörden vom Los Angeles Zoo nach Deutschland zu bringen. Da diese Tierart in europäischen Zoos sehr selten vorkommt, wird dem Bock nun eine besondere Aufgabe zuteil: die Erhaltung der Population in Europa.

Die gesamte europäische Population der Japan-Seraus fußt auf nur vier Gründertieren, die als Staatsgeschenke des japanischen Kaiserhauses nach Europa gelangten. Zudem sind diese Tiere in ihrer Haltung sehr anspruchsvoll und empfindlich. Daher sind sie außerhalb ihrer Heimat, den japanischen Inseln, nur selten zu finden. In nur fünf Zoos in Europa leben Japanische Seraus derzeit. Die Zoologischen Gärten in Magdeburg und Berlin sind gegenwärtig die einzigen in Deutschland, die diese Tierart halten – allerdings nur weibliche Individuen. 

In ganz Europa fand sich demnach kein einziger zur Zucht geeigneter männlicher Japan-Serau, der zur Vergesellschaftung mit der einzig verbliebenen Geiß des Magdeburger Zoos zur Verfügung stand. Die Zucht dieser Tierart innerhalb europäischer Zoos drohte zum Erliegen zu kommen. Der Japanische Serau aus den USA stellt somit eine wertvolle Bereicherung des genetischen Pools dar.

Mit dem anderthalbjährigen Bock möchte der Zoologische Garten Magdeburg nun an seine erfolgreiche Zuchtgeschichte anknüpfen. Über zehn Jahre hinweg konnten hier europaweit die besten Erfolge verzeichnet werden – sieben Japan-Seraus wurden erfolgreich gezüchtet, von denen sechs an andere Zoos abgegeben werden konnten. 

Dem einzigen Zuchtbock Deutschlands fällt nun eine enorme Verantwortung zu, die er jedoch bereitwillig angenommen hat. Er und die dreijährige Magdeburger Geiß verstehen sich blendend und haben schon erste Annäherungsversuche unternommen. Der Zoo Magdeburg erhofft sich nun regelmäßigen Nachwuchs.