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Stichwort: Lisztaffe
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Mehr Wald für die Lisztaffen

Der Lisztaffe (Saguinus oedipus) ist einer der 25 meist gefährdeten Primaten weltweit. Als die IUCN den nur in Nordkolumbien vorkommenden Lisztaffen 2008 in den höchsten Bedrohungsstatus vor der Ausrottung (kritisch gefährdet = critically endangered) hoch stufte, erreichte er damit die unerfreuliche Spitzenstellung unter den vielen südamerikanischen Krallenaffen.

Grund für die Gefährdung ist wieder die anhaltende Lebensraumzerstörung. Derzeit sind Waldrohdungen die größte Gefahr für diese Primatenart, aber auch der kolumbianischen Biodiversität insgesamt. Kolumbien rangiert weltweit in den Top Ten-Ländern mit dem schnellsten Waldschwund und wird nur noch von Brasilien in der westlichen Welt übertroffen. Weiterhin spielt der Handel für die Heimtierhaltung eine Gefahr für die Lisztaffen. Doch schon in den 60er und frühen 70er Jahren wurde der Wildbestand entscheidend durch den Export für biomedizinische Zwecke dezimiert. 1973 erfolgten bereits die erste Unterschutzstellung und ein Exportverbot dieser Tiere.

Der Magdeburger Zoo ist international für seine Erfolge in der Krallenaffenhaltung und -zucht anerkannt. Die Lisztaffen werden hier seit 1980 erfolgreich vermehrt und auch das Europäische Zuchtbuch dieser Art wurde hier über Jahre geführt. Derzeit gibt es in den europäischen Zoos eine sehr große und gut züchtende Population an Lisztaffen, sodass sie in Zoos bedauerlicherweise keine große Besonderheit mehr darstellen.

Dennoch war es für den Magdeburger Zoo selbstverständlich, sich um diese Tierart mit der auffälligen Haarfrisur zu engagieren. Durch die Mitgliedschaft des in Europa ins Leben gerufenen "Cotton-Top Tamarin Conservation Club" und somit des in Kolumbien vor Ort agierenden "Proyecto Tití" kann im Verbund durch jeden teilnehmenden Zoo ein kleiner Beitrag für den Erhalt geleistet werden. In Nordkolumbien werden Ländereien erworben und aufgeforstet, um eine ausreichend große und vor allem zusammenhängende Population ermöglichen zu können. Ebenso findet eine Aufklärung der lokalen Bevölkerung, insbesondere unter Schülern und Studenten über das Problem statt. Um erfolgreich zu sein, ist langfristiges Engagement wichtig. Das Projekt soll noch mindestens 15 Jahre fortgesetzt werden.