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Die 60er Jahre

Ein Haus für die Dickhäuter

Winterspaziergang: Sonja & Kati mit Tierpfleger Gerd Reiff 1963

Nachdem 1961 mit Sonja die erste asiatische Elefantenkuh im Magdeburger Zoo angekommen war und 1962 mit Kati die zweite folgte, war es höchste Zeit, ein Dickhäuterhaus zu bauen. Bisher waren die beiden noch nicht ausgewachsenen Tiere nachts in einer Notunterkunft auf dem Wirtschaftshof untergebracht worden. Tagsüber wurden sie von ihren Pflegern auf den Wegen des Zooareals ausgeführt. Ab 1962 bekamen sie ein „Sommergehege“ an jenem Ort, an dem sich heute das Giraffenhaus befindet. Bei günstiger Witterung durften sie sich hier den Tag vertreiben, mussten aber nachts immer noch in die langsam viel zu klein werdende Notunterkunft zurückkehren.

Kaum noch Platz im Stall: Zeit für ein Dickhäuterhaus

Die allmählich wachsenden Tiere hatten zunehmend Probleme, sich durch die Stalltür ihrer nächtlichen Unterkunft zu quetschen. Schon kurz nach Sonjas Ankunft hatte eine Spendenaktion für den Bau eines Elefantenhauses begonnen, und so konnte 1965 das ehrgeizige Projekt in Angriff genommen werden. Da es sich um das erste moderne Elefantenhaus der DDR handelte, erhielten Zoodirektor Dr. Manfred Bürger und Zooinspektor Heinz Schwichtenberg sogar die Erlaubnis nach Westberlin zu reisen. Beim Elefantenhaus im dortigen Zoo sollten sie sich Anregungen holen und die entsprechenden Pläne einsehen. Die Ähnlichkeit der beiden Häuser ist heute unverkennbar.

Modell des Dickhäuterhauses

Am 1. Dezember 1967 konnte das neue Dickhäuterhaus nach dreijähriger Bauzeit und mit den erforderlichen Mitteln von
1,5 Millionen Mark an die Öffentlichkeit übergeben werden. Den Namen Dickhäuterhaus hatte es verdient, zogen damals doch nicht nur die Elefanten Sonja und Kati, sondern auch die  Flusspferde Negus und Berolina sowie das Spitzmaulnashorn Kibo in das moderne Warmhaus ein. Gleichzeitig mit dem Dickhäuterhaus wurde die passende Außenanlage mit Scheuersäule, Schutzdach und Wasserbecken für die Elefanten bezugsfertig. Ein Jahr später folgten die Außenanlagen für Nilpferde und Nashörner.
Der damals moderne Bau sollte gerade durch die Verwendung von „grobem“ Material, wie rauem Beton und Grobkiesel, und einer „schweren“ Bauweise den Charakter der Bewohner widerspiegeln. Heutzutage würde man ein solches Haus sicher nicht mehr in dieser Weise bauen. Die Ansprüche an eine moderne Elefantenhaltung werden mit diesem Dickhäuterhaus und den Außenanlagen aus den 60er Jahren inzwischen bei Weitem nicht mehr erfüllt. Ein neues Haus mit weitläufiger Außenanlage ist daher geplant und soll in den nächsten Jahren in Angriff genommen werden. Weiterlesen

Das Dickhäuterhaus heute mit den Kühen Mwana und Birma
Spendenaufruf für die Dickhäuter 1960

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