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Unverhofft kommt oft

Tagebuch einer Handaufzucht

Am 10. Dezember 2011 staunten die Tierpfleger doch sehr, als sie bei unseren Mona-Meerkatzen ein neugeborenes Jungtier entdeckten. Eltern des kleinen Männchens sind die Mona-Meerkatzen "Sherin" und "Louie". Bei Mutter Sherin waren zuvor weder die Milchdrüsen angeschwollen, noch waren andere äußerliche Anzeichen zu erkennen gewesen. Da sie noch nie ein Jungtier zur Welt gebracht hatte, rechnete bei ihr im Alter von 19 Jahren auch niemand mehr mit einer Erstzucht. Sherin machte nach der Geburt leider nicht den Eindruck, dass sie ihr Junges ausreichend versorgen konnte. Der Zoo entschied sich kurzerhand für eine Handaufzucht des geschwächten Jungtiers, da bei dieser Meerkatzenart Zuchterfolge in Zoos äußerst rar sind und sie zudem leider nur noch selten gehalten werden. So gab es im letzten Jahrzehnt innerhalb deutscher Zoos keine einzige Geburt bei Mona-Meerkatzen. Unregelmäßige Zuchterfolge innerhalb Europas konnten in den vergangenen Jahren allein in Frankreich verbucht werden.
Handaufzuchten in Zoos sind inzwischen vergleichsweise selten geworden und stellen immer Einzelfallentscheidungen dar. Die weltweit sehr geringen Zuchterfolge und die Bedrohung der Mona-Meerkatze durch Lebensraumzerstörung und Bejagung in ihrer westafrikanischen Heimat ließen diesen Schritt hier jedoch als notwendig erscheinen. Der Zoo setzt dabei auf eine frühestmögliche Eingliederung des Jungtieres in die Gruppe und auf eine sehr begrenzte Prägung auf die menschliche Ersatzmutter. Dies sind wichtige Prämissen für die weitere Entwicklung des Jungtieres.

Was bisher geschah...

16.04.2012
Seitdem die Trennung von Abus Pflegemutter vollzogen ist, nähern er und seine Mutter Sherin sich immer weiter an. Das Verhältnis zwischen Mutter und Sohn ist sichtlich enger geworden, wie es bei der regelmäßigen und gegenseitigen Körperpflege für jeden zu erkennen ist. Dreimal täglich bekommt Abu noch seine Milchflasche, doch die Pfleger halten sich dabei mit zu engem Kontakt zu dem Mona-Meerkatzenmann zurück. Abu soll sich ganz auf seine Artgenossen einlassen können, ohne noch weiterhin vom Kontakt zu menschlichen Bezugspersonen abgelenkt zu werden. So wird die Milchmahlzeit auch einfach und unkompliziert durch das Gitter verabreicht. Mit einem erneuten Versuch, Abu und seinen Vater Loui aneinander zu gewöhnen, wird noch gewartet, bis Abu weiter herangewachsen ist und mehr Sicherheit und Schnelligkeit erlangt hat.

25. März 2012 
Im Gegensatz zur Eingewöhnung mit Mutter Sherin gestaltet sich die Zusammenführung mit Vater Louie schwierig. Er hat Abu mehrfach attackiert, so dass eine Gruppenhaltung der Familie vorerst nicht möglich ist. Inzwischen sind die Mona-Meerkatzen ins Menschenaffenhaus umgezogen, wo sie die alte Orang-Anlage beziehen werden. Zunächst werden wohl Louie und Sherin mit Abu nur jeweils im Wechsel auf der Anlage zu sehen sein. Die Abnabelung von Ziehmutter Susann Paelecke ist damit abgeschlossen. 

Erste Annäherungsversuche
Abu fühlt sich im Gehege sichtlich wohl
Abu fühlt sich im Gehege sichtlich wohl

01.03.2012
Die ersten Annäherungsversuche zwischen Abu und seiner leiblichen Mutter Sherin sind geglückt. Bisher gab es keine besorgniserregenden Zwischenfälle. Im Gegenteil: Obwohl sie sicher nicht mehr wissen wird, dass sie seine Mutter ist, interessiert sich Sherin sehr für den Winzling Abu. Sie erkennt ihn als ihren Artgenossen, lässt Beschwichtigungslaute zur Beruhigung hören, wenn er sein kindliches Quitschen von sich gibt und sucht seine Nähe. Abu lässt ebenfalls keine Berührungsängste seiner Mutter gegenüber erkennen. Doch momentan sind Menschen noch seine Bezugspunkte, gerade auch, wenn Gefahr droht oder er sich einsam fühlt. Mit fortschreitender Umgewöhnung soll sich das allerdings ändern. Wenn sich die Beziehung weiterhin so positiv entwickelt, wird Sherin in Zukunft seinen Schutz übernehmen und ihm Zuflucht bieten.

Bald geht es für Abu auf Tuchfühlung mit Mutter Sherin
Bald geht es für Abu auf Tuchfühlung mit Mutter Sherin
Ob Abu ohne Weiteres von Sherin akzeptiert wird...?
Pflegemama Susann Paelecke hat ein gutes Gefühl

20.02.2012
Nun beginnt bald der Ernst des Lebens für Abu. Einen direkten Kontakt zwischen dem kleinen Meerkatzenmann und seinen leiblichen Eltern zu ermöglichen, war aus Rücksicht auf Abu bisher noch nicht empfehlenswert gewesen. Das soll sich ab sofort ändern. In Kürze findet das erste Treffen zwischen Abu und seiner Mutter Sherin statt - natürlich noch unter Ausschluss des Vaters Louie, zu diesem Zeitpunkt wäre das zu gefährlich. Ein bis zwei Wochen sollen Mutter und Sohn sich bei täglichen Treffen allmählich auch aus der Nähe kennen lernen. Abu hat dabei sehr viel nachzuholen, gerade was die arttypischen Verhaltensformen angeht. Eine menschliche Pflegemutter kann ihm leider nicht die erforderlichen Kommunikationsmuster beibringen, die er benötigt, um in einem Sozialverband seiner Artgenossen als Mitglied angenommen zu werden. Eine spannende, lehrreiche und hoffentlich von Erfolg gekrönte Zeit steht Abu und allen beteiligten Pflegern bevor.

16.02.2012
In den letzten Wochen durfte Abu immer wieder die Anlage der Mona-Meerkatzen besuchen, im Geäst umhertollen, alles inspizieren und nicht zuletzt seine motorischen Fähigkeiten im Parcours aus Ästen und Seilen schulen. Waghalsige Sprünge aus jeglicher Höhe und Entfernung direkt in die Arme oder gleich gezielt auf den Kopf seiner Pflegemutter scheinen dabei in letzter Zeit seine liebste akrobatische Einlage geworden zu sein. Abu kennt sich schon sehr gut auf der Meerkatzenanlage aus. Zwar gab es schon sachte Annäherungsversuche zwischen ihm und seinen Eltern, während denen keine Probleme auftraten, doch hatte bisher immer ein schützendes Gitter Abu vor eventuellen Missverständnissen und Aggressionen bewahrt.

10.02.2012
Die Zeiten, in denen Abu meist in der schützenden Tragetasche von Pflegerin Susann Paelecke eingekuschelt zu finden war, sind vorbei. Nun geht er im Domizil seiner menschlichen Ersatzmama schonmal alleine auf Tour. Da werden Vorhänge zum Klettern missbraucht, die Meerschweinchen neugierig beäugt und den Hunden der Familie mehr oder weniger Respekt entgegen gebracht. "Wo ist der Affe?!", ist wohl momentan der Ausruf, der am häufigsten durch die vier Wände von Familie Paelecke schallt. Noch bekommt er sechsmal am Tag seine Milchfläschchen-Mahlzeit, doch testet Abu auch gerne schon den Geschmack von Weintrauben, Heidelbeeren, Gurken und Mohrrüben. Nach solch einem ereignisreichen Tag schläft er zur Freude seiner Pflegemutter häufig bereits von 23 bis 6 Uhr durch. Welch eine Wohltat!

Plüschteddy Winnie dient als "Lockvogel"
Plüschteddy Winnie dient als "Lockvogel"

01.02.2012
Mittlerweile darf Abu möglichst täglich kurz das Gehege seiner Eltern erkunden. Natürlich ist außer ihm zu diesen Zeiten noch keine andere Mona-Meerkatze auf der Außenanlage. Abu darf erst einmal allein das Gelände unsicher machen - doch ohne Plüschteddy und Pflegemama geht es nicht... 
...mehr im Foto- und Filmarchiv

Ein Fläschchen in Ehren...
Ein Fläschchen in Ehren...
Was man nicht alles als Spielzeug benutzen kann
Gibt es hier etwas zu entdecken?
Gibt es hier etwas zu entdecken?

27.01.2012
Unser Abu genießt seine Fläschchen-Pausen sichtlich. Von der ersten Flasche an bekam er ganz normale Säuglingsnahrungsmilch. Zwischendurch hält er zwar noch seine obligatorischen Schlafzeiten ein, doch die Phasen, in denen er wach ist, werden immer länger. Das Windeln mag er überhaupt nicht! Ohne Windel herum zu springen ist doch auch viel lustiger. Dann ist er gleich doppelt so agil und erkundet alles bis ins kleinste Detail.

Blitzlichtgewitter garantiert - Abus Taufe mit Susann Paelecke und Thomas Rolle
Blitzlichtgewitter garantiert - Abus Taufe mit Susann Paelecke und Thomas Rolle

18.01.2012
Heute erhielt der kleine Monameerkatzenmann einen starken Partner an die Seite gestellt: Der Förderverein "Zoofreunde Magdeburg e.V." übernimmt die Patenschaft für das Affenkind. Zu diesem Anlass überreichte ihm Fördervereinsvorsitzender Thomas Rolle selbstverständlich einen Mitgliedsausweis. Natürlich durfte die Namenstaufe dabei nicht fehlen: Das kleine Meerkatzenmännchen kann sich nun mit dem Namen "Abu" schmücken.

Der geliebte Teddy

16.01.2012
Von kleinauf ist er mit dabei - der geliebte Kuschelteddy! Doch warum ist er so wichtig? Normalerweise braucht jedes kleine Affenkind etwas zum Festhalten, doch wir Menschen sind leider nicht mit dem nötigen Fell ausgestattet. So musste ein Ersatz zum Festklammern her, etwas, das Sicherheit und Geborgenheit ausstrahlt. Das gibt ihm dieser Teddy und so ist er, neben der menschlichen Pflegemama, zum wichtigen Bezugspunkt für den kleinen Meerkatzenmann geworden. Das Praktische an der Sache ist: Auch wenn man den kleinen Pflegling einmal zwischendurch einer anderen Person übergeben muss, empfindet er dies als nicht so tragisch - seinen Bezugspunkt hat er.

Im Pressetermin mit "Bild der Frau"-Reporterin
Im Pressetermin mit "Bild der Frau"-Reporterin
Hier ist´s ungefährlich - und übersichtlich zugleich
Hier ist´s ungefährlich - und übersichtlich zugleich
Erstmal den Geschmack testen...
Erstmal den Geschmack testen...

10.01.2012
Pressetermin mit "Bild der Frau". Nun heißt es wieder, sich von der besten Seite zu zeigen! Kein Problem für den kleinen Meerkatzenmann, der jedes Herz im Sturm erobert. Extra aus Hamburg angereist, ist die Reporterin begeistert von unserem agilen Äffchen, das immer wieder seinen momentanen Lieblingsort aufsucht - den Hochsitz auf dem Haupt von Pflegemama Susann Paelecke.

Nichts ist vor ihm sicher - ob nun Flaschenbürste...
Nichts ist vor ihm sicher - ob nun Flaschenbürste...
Bei der Arbeit immer dabei - Susann Paelecke und ihr Pflegekind

02.01.2012
Der kleine Meerkatzenmann bringt nun schon etwa 400g auf die Waage. Immer noch bekommt er sein obligatorisches Milchfläschchen alle 2 bis 3 Stunden, doch  des Nachts schläft er zur Freude seiner Pflegemutter auch schon mal 4 Stunden durch. Dafür gehört der Tag ihm. Wenn er wach ist, will er alles, was ihm in die Quere kommt, anfassen und in den Mund nehmen. Kleine Sprünge gehören bereits zu seinem Bewegungsrepertoir. Natürlich ist er bei der täglichen Arbeit seiner Pflegemama Susann Paelecke immer dabei. Geht etwas allerdings mal nicht nach seiner Nase, kann er auch regelrecht gnatzig werden. Ganz wichtig ist der regelmäßige Sichtkontakt zu seiner leiblichen Mutter Shirin. Sobald sich Susann Paelecke der Mona-Meerkatzen-Anlage nähert, gehört Shirins ganze Aufmerksamkeit ihr und dem kleinen Mona-Meerkatzenmann.

19.12.2011
Windelanprobe beim Affenbaby - Neugierig wird unser kleiner Meerkatzenmann bei seinem ersten Pressetermin von allen Seiten beäugt. Natürlich nur unter den wachsamen Augen der stolzen Pflegemama. Susann Paelecke zeigt, welche Verantwortung, aber auch welch Freude eine solche Aufgabe mit 
   sich bringt.

10.12.2011        Happy Birthday! 
Überraschend und unerwartet erblickt in unserem Zoo ein Mona-Meerkatzenjunges das Licht der Welt. Seiner Mutter "Sherin" war zuvor die Trächtigkeit nicht anzusehen gewesen. Da bei Sherin kein Milcheinschuss zu beobachten ist und das Jungtier recht geschwächt wirkt, entscheidet sich der Zoo für die Handaufzucht des kleinen Primaten. Tierpflegerin Susann Paelecke übernimmt nun die verantwortungsvollen Aufgaben einer Ersatzmama.

Filme und Fotos

Besonderheiten von Handaufzuchten, Alltag mit Mona-Meerkatze "Abu" und Muttergefühle. Tierpflegerin und Pflegemama Susann Paelecke erklärt, was es damit auf sich hat.
Interview zur Mona-Meerkatze Abu

Videochannel

All unsere Filme können Sie auch direkt auf dem zooeigenen Videokanal bei YouTube sehen.

Wissenswertes über Mona-Meerkatzen

In unserem Tieralphabet finden Sie weitere Informationen zu Mona-Meerkatzen.

Tierpatenschaft

Übernehmen Sie hier eine Tierpatenschaft für unsere Mona-Meerkatzen.

Neugierig geworden?
Auf unserer Patenseite finden Sie all unsere Zootiere.