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Ein historischer Moment im Zoo

Historischer Nachwuchs im Zoo Magdeburg

Erstes Afrikanisches Elefantenkalb in der Geschichte des Zoos geboren

Historischer Moment im Zoo der Landeshauptstadt Magdeburg: In der Nacht zum Donnerstag wurde erstmals in der Geschichte des Zoo Magdeburg ein Elefant geboren. Elefantenkuh Sweni brachte ihr Jungtier am 6. August 2026 um 1:18 Uhr zur Welt. Vater des Kalbes ist der Magdeburger Elefantenbulle Kando, der vielen Menschen auch als Mitteldeutsches WM- Orakel bekannt ist, auch wenn seine Tippsicherheit eher zweifelhaft war.

Nach der Einschätzung des tierärztlichen Teams und der erfahrenen Tierpflegerinnen und Tierpfleger verlief die Geburt den Umständen entsprechend gut und vergleichsweise schnell. Das Jungtier stand bereits kurze Zeit nach der Geburt auf eigenen Beinen und suchte die Nähe seiner Mutter.

„Die erste Geburt eines Afrikanischen Elefanten in Magdeburg ist ein historisches Ereignis für unseren Zoo und für die gesamte Landeshauptstadt. Wir freuen uns sehr über das Jungtier. Gleichzeitig wissen wir, dass die ersten Lebenstage bei einem Elefantenkalb eine besonders sensible und kritische Phase darstellen. Deshalb stehen für uns jetzt das Wohlergehen des Jungtiers und eine stabile Mutter-Kind-Bindung im Mittelpunkt“, erklärt Zoodirektor David Pruß, Ph.D.

Geschlecht bleibt vorerst ein Geheimnis

Ob es sich bei dem Jungtier um ein weibliches oder männliches Kalb handelt, steht derzeit noch nicht zweifelsfrei fest. Das tierärztliche Team und die Tierpflege verzichten bewusst auf jede vermeidbare Untersuchung. Sweni soll ausreichend Zeit und Ruhe erhalten, um sich ganz auf ihr Jungtier zu konzentrieren. Bislang hat die Elefantenkuh ihr Kalb dem Zooteam noch nicht in einer Position gezeigt, die eine sichere Bestimmung des Geschlechts ermöglicht. Auf eine aktive Annäherung wird zum jetzigen Zeitpunkt bewusst verzichtet. „Das Geschlecht werden wir erfahren, sobald Sweni und ihr Jungtier es zulassen. Es gibt keinen Grund, diesen Prozess zu beschleunigen. Entscheidend ist, dass das Kalb trinkt, seiner Mutter folgt und beide Tiere eine enge und stabile Bindung entwickeln“, so Pruß. Sweni ist aus dem Grünen Zoo Wuppertal 2024 nach Magdeburg gekommen. Die Umsiedlung erfolgte im Rahmen des Europäischen Ex-situ-Programms für Afrikanische Elefanten mit dem Ziel, gemeinsam mit Kando eine neue Elefantenfamilie in Magdeburg aufzubauen. Der Grüne Zoo Wuppertal koordiniert das Europäische Erhaltungszuchtprogramm für Afrikanische Elefanten.

Sweni entscheidet, wann das Jungtier zu sehen ist

Ab dem 8. August ist das Elefantenhaus täglich von 10:00 bis 15:30 Uhr für Besucherinnen und Besucher geöffnet. Sweni kann sich dort gemeinsam mit ihrem Jungtier zeigen, wenn sie dies selbst möchte. Mutter und Kalb haben jederzeit die Möglichkeit, sich in die für Besucher nicht einsehbaren Bereiche zurückzuziehen.

Der Zoo behält sich vor, das Elefantenhaus jederzeit vorübergehend oder vollständig zu schließen, wenn Sweni Anzeichen von Unwohlsein zeigt oder die notwendige Ruhe für Mutter und Jungtier durch das Verhalten einzelner Besucherinnen und Besucher nicht gewährleistet ist. Der Schutz der Tiere hat uneingeschränkt Vorrang.

Der Zoo bittet alle Gäste deshalb ausdrücklich um Ruhe, Rücksichtnahme und die Beachtung der Hinweise des Zoo-Personals. Mit etwas Geduld und Glück bietet sich die besondere Gelegenheit, das Elefantenkalb bei seinen ersten Erkundungen zu beobachten. Eine Sichtung kann jedoch nicht garantiert werden.

Magdeburg ist der einzige Ort in Sachsen-Anhalt, an dem Elefanten erlebt werden können. Mit der ersten erfolgreichen Geburt beginnt nun ein neues Kapitel der Elefantenhaltung im Zoo der Landeshauptstadt.

Intensive Betreuung während der kritischen ersten Tage

Das tierärztliche Team des Zoo Magdeburg sowie die Tierpflegerinnen und Tierpfleger begleiten die ersten Lebenstage intensiv. Mutter und Jungtier werden engmaschig beobachtet. „Wir sind sehr glücklich über den Ablauf der Geburt, diese haben wir intensiv geplant und extrem eng begleitet. Auch für uns als Team war dies eine Ausnahmesituation. Das Wichtigste ist nun, dass das Jungtier sich weiterhin gut entwickelt und gesund bleibt.“ berichtet Fr. A. Hauffe, Tierärztin des Zoos. „Der Zoo Magdeburg steht zugleich in einem engen und intensiven fachlichen Austausch mit dem Grünen Zoo Wuppertal. Innerhalb der Europäischen Zoogemeinschaft werden Erfahrungen, wissenschaftliche Erkenntnisse und praktisches Know-how zwischen den beteiligten Einrichtungen geteilt.“

„Wir verfügen in Magdeburg über eine moderne Elefantenanlage und ein hochqualifiziertes Team aus Tierpflege und Tiermedizin. Gleichzeitig nutzen wir das Wissen und die Erfahrungen des gesamten europäischen Netzwerkes. Diese enge Zusammenarbeit ist gerade in den ersten Lebenstagen eines Jungtieres von besonderem Wert“, betont der Zoodirektor David Pruß. „Trotz des guten Geburtsverlaufs ist die kritische Phase noch nicht überstanden. Wie bei allen Jungtieren können sich insbesondere in den ersten Tagen Veränderungen ergeben.“

Botschafter einer bedrohten Art

Die Freude über den Magdeburger Nachwuchs ist zugleich mit einer wichtigen Botschaft für den Artenschutz verbunden. Der Afrikanische Savannenelefant wird von der Weltnaturschutzunion IUCN als „stark gefährdet“ eingestuft. Nach Angaben der IUCN ging sein Bestand innerhalb von 50 Jahren um mindestens 60 Prozent zurück. Zu den wesentlichen Bedrohungen zählen die Wilderei wegen des Elfenbeins sowie der Verlust und die zunehmende Zerschneidung geeigneter Lebensräume. Die Situation ist regional sehr unterschiedlich. Während Elefantenbestände in einzelnen Schutzgebieten stabil sind oder lokal zunehmen können und dort teilweise als Herausforderung für Menschen und Landschaften wahrgenommen werden, bleibt der Gesamtbestand des Afrikanischen Elefanten deutlich unter seinem historischen Niveau. Nutzungskonflikte zwischen Menschen und Elefanten entstehen insbesondere dort, wo Siedlungen und landwirtschaftlich genutzte Flächen in die Lebensräume der Tiere hineinwachsen. Diese regionalen Konflikte dürfen jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass Afrikanische Elefanten insgesamt weiterhin bedroht sind und langfristig geschützte, miteinander verbundene Lebensräume benötigen.

„Mit der Geburt eines vitalen Elefantenkalbes nach rund 22 Monaten Tragezeit beginnt für unsere Elefantenkuh Sweni eine ganz besondere neue Phase, denn Sie begründet ihre eigene Matrilinie. Das ist für uns ein außergewöhnlicher Erfolg, auf den wir lange hingearbeitet haben und auf den wir sehr stolz sind. Gleichzeitig ist diese Geburt ein wichtiger Erfolg des europaweit koordinierten Erhaltungszuchtprogramms für Afrikanische Elefanten. Wissenschaftlich geführte Zoos leisten damit einen Beitrag zum Erhalt einer genetisch vielfältigen Reservepopulation und gewinnen wertvolle Erkenntnisse für Haltung, Tiermedizin und Artenschutz. Der Schutz der natürlichen Lebensräume in Afrika bleibt dabei unersetzlich. Angesichts des anhaltenden Bestandsrückgangs durch Wilderei und Lebensraumverlust freut es uns besonders, mit diesem Kalb einen Beitrag zum langfristigen Erhalt dieser stark bedrohten Art leisten zu können. Nun blicken wir mit großer Freude darauf, Swenis Herde in den kommenden Jahrzehnten wachsen zu sehen.“ berichtet Frau Dr. C. Unruh, zoologisch-wissenschaftliche Assistenz im Zoo Magdeburg.

Über den Zoo Magdeburg

Der Zoo Magdeburg verbindet Naturerlebnis, Bildung, Forschung und internationalen Artenschutz. Als moderner wissenschaftlich geführter Zoo engagiert er sich für den Schutz bedrohter Tierarten, beteiligt sich an Europäischen Erhaltungszuchtprogrammen und unterstützt Artenschutzprojekte weltweit vor Ort.

Im Artenschutz weltweit vor Ort engagiert sich der Zoo Magdeburg an internationalen Zuchtprogrammen, darunter für viele vom Aussterben bedrohte oder stark gefährdete Arten. Der Zoo ist an weltweiten Artenschutzprojekten beteiligt und unterstützt den Schutz bedrohter Tierarten auch in ihren natürlichen Lebensräumen. Der Zoo ist Mitglied der EAZA, des VdZ, des VZP und der ZGAP.

Veranstaltungstipp (Auszug) im Zoo Magdeburg

• Neu: 12.09.2026:
Weinlounge-Abend beim Nashorn (zweite Auflage, nachdem die erste so gut angenommen wurde)

Pressekontakt

Zoo Magdeburg –E-Mail: zoopresse@zoo-magdeburg.de

Bildquelle: Andreas Lander