Umweltminister des Landes Sachsen-Anhalt, Prof. Dr. Armin Willingmann überreichte Mitgliedsurkunde an Zoodirektor David Pruß, Ph.D.
Magdeburg, 29.04.2026. Prof. Dr. Armin Willingmann, der Umweltminister des Landes Sachsen-Anhalt, besuchte heute gemeinsam mit Vertretern der Umweltallianz den Zoologischen Garten Magdeburg, um dessen Aufnahme in die Umweltallianz zu würdigen. Dabei überreichte er die Mitgliedsurkunde an Zoodirektor David Pruß. „In städtischen, versiegelten Gebieten gehen Lebensräume und Biodiversität zunehmend verloren, einhergehend mit der Beeinträchtigung von Gewässer und Böden. Auf dem Zoo Gelände haben wir gezielt inzwischen 50 Strukturen geschaffen und geschützt wie Brutkästen, Insektenhotels, Holzmeiler, Habitatbäume, Kleinstbiotope“, betonte Zoodirektor David Pruß, Ph.D. Im Zoo finden Besucher zahlreiche Anregungen und konkrete Ideen für zu Hause oder auf dem Firmengelände, wie sie die einheimische Biodiversität schützen können.
Die Anzahl beobachteter einheimische Fledermausarten im Zoo ist in den letzten Jahren gestiegen. Inzwischen können auf dem gesamten Zoo Gelände regelmäßig Fransen-, Mücken-, Zwerg-, Rauhaut-, Zweifarb- und Breitflügelfledermäuse, Abendsegler und weitere Fledermausarten im Zoo gesichtet werden. Führungen wie Ferienprogramme, Haustiertouren und Artenschutztouren zeigen detailliert, wie wirkungsvoll Maßnahmen für die Umwelt sind. Bei Kindern werden Neugierde und Tüftlergeist geweckt, selbst einfache Strukturen nachzubauen.
Gewässerschutz, nachhaltiger Baumbestand, Zukunftsbäume, Lebensräume für einheimische Tierwelt
Wertvolle Lebensräume für heimische Pflanzen- und Tierarten wie Insekten, Vögel, Amphibien, Reptilien, Säugetiere, schaffen 50 im Zoo verteilte Habitat-Strukturen wie Brutkästen, Insektenhotels, Holzmeiler, Kleinstbiotope in den Größen von 1732 und 2800 Quadratmeter Fläche, Wassergräben von 710 und 320 Quadratmeter Fläche. Unberührte Kiesgruben und der Verzicht auf die Mahd großer Rasenflächen im Zoo stärken die heimische Biodiversität, ermöglichen die Ansiedlung seltener Insekten- und Fledermausarten und bilden naturnahe Ökosysteme im Zoo.
Der Baumbestand von rund 700 Bäumen fungiert als CO₂-Speicher, kühlt durch Verdunstung, speichert Wasser, verbessert das Mikroklima und dient vielen Arten als Lebensraum. Klimaangepasste Arten wie Silberlinde, Schwarzpappel, Ginkgo, Stieleiche und Amberbaum sind tolerant gegenüber Trockenheit, Hitze, verdichteten Böden und Luftschadstoffen, binden CO₂, verbessern das Mikroklima und fördern die Biodiversität.
Naturnahe Flächenpflege
Der Zoo Magdeburg verzichtet vollständig auf Herbizide, Pestizide und Mineraldünger. Wiesenflächen werden ausschließlich gemäht/gemulcht/mit Schafen beweidet, sodass organische Substanz auf der Fläche verbleibt, die Wasserspeicherfähigkeit sich erhöht, die Austrocknung vermindert und Bodenorganismen unterstützt werden. Die gesamte Zoofläche wird extensiv gepflegt.
Nicht gemähte Rasenflächen an einzelnen Monaten fördern die Biodiversität. Das standortangepasste Zoo-Bepflanzungskonzept setzt gezielt auf schnell nachwachsende Gehölze wie Weiden, Hainbuchen, Beerensträucher und Maulbeeren. Diese Pflanzen dienen nicht nur der naturnahen Flächengestaltung, sondern auch als Futterholz, das regelmäßig geschnitten und direkt als Ergänzungsfutter für verschiedene Tierarten genutzt werden kann. So wird die Fläche ressourcenschonend genutzt, Transportwege und Kosten gespart.
Verwendung von nachhaltigen Produkten im Zooshop
Der Zooshop bietet fast ausschließlich nachhaltige Marken der Firmen Nature Planet, Wild Republic, Petjes World, Pia, Cornelissen, Zappi und ERN an. Diese Marken setzen umweltbewusste Herstellungsverfahren ein, die den CO₂-Ausstoß minimieren und den ökologischen Fußabdruck verringern. Sie verwenden langlebige, schadstofffreie, ressourcenschonende Rohstoffe (recycelter Kunststoff, Holz, zertifizierte Farben). Weiterhin beteiligen sie sich mit einem Teil der Produkterlöse an Artenschutz-projekten, wie z.B. dem Red Panda Network (Unterstützung durch Nature Planet).
Einsatzes von Biofuttermitteln
Raufutter (Wiesenheu) und Grünfutter (Klee, Luzerne) werden seit vielen Jahren von der Firma Burow bezogen. Diese Futterquelle ist unbelastet und frei von z.B. chemischen Rückständen wie Pestiziden, denn das Grünfutter ist nur biologisch gedüngt und ungespritzt. Dies stellt eine regionale und nährstoffreiche Versorgung der Zootiere sicher und leistet einen entscheidenden Beitrag zu ihrer Gesundheit und gleichzeitig zur Förderung einer nachhaltigen Flächenbewirtschaftung.
Veranstaltungstipps (Auszug) im Zoo Magdeburg
- 05.05.2026: Vortrag im Zoo, 17:00 Uhr
Summt noch was? Bienen und andere bedrohten Insekten in Sachsen-Anhalt - O8.05.2026: Kulinarischer Sommerspaziergang durch den Zoo, 17:00 & 18:00 Uhr
Pressekontakt
Zoo Magdeburg – Pressesprecherin
Dipl.-Ing. Regina Jembere
Tel.: 0391 / 28090-2510
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