Brillenpinguine in Gefahr: Bedrohungsstatus hochgestuft auf vom Aussterben bedroht
Magdeburg, 22.04.2026. Seit 1998 gehören Pinguine zum Tierbestand des Zoo Magdeburg. Seitdem richtet der Zoo am jährlichen Weltpinguin-Tag sich an die Öffentlichkeit, um auf die Bedrohungslage der Pinguine aufmerksam zu machen, deren Lebensraum-Situation sich in den letzten Jahrzehnten verschärft hat. Aktuell hat die Brillenpinguin-Kolonie des Zoos ein Pinguin-Küken namens Pit. Bei der täglichen Brillenpinguin-Fütterung um 14:30 Uhr (außer mittwochs und freitags) erfahren die Zoobesucher, warum Brillenpinguine vom Aussterben bedroht sind. Die Brillenpinguin-Population ist in den vergangenen drei Jahrzehnten um rund 80 Prozent eingebrochen auf 19.800 Brillenpinguine (Quelle: IUCN-Redlist, 4.7.2024). Die Weltnaturschutzunion (IUCN) stufte diese Tierart im Jahr 2024 vom Bedrohungsstatus stark gefährdet auf vom Aussterben bedroht hoch.
Artenschutzprojekt des Zoo Magdeburg: SANCCOB saves seabirds
Der Zoo Magdeburg unterstützt seit 2023 im südlichen Afrika das Artenschutz-Projekt SANCCOB saves seabirds. Zu den vielfältigen Aufgaben dieser Organisation zählt die Rehabilitation verletzter Pinguine und die Kükenaufzucht. Speziell ausgebildete Pinguin-Ranger überwachen in Zusammenarbeit mit erfahrenen ansässigen Naturschutzbehörden etablierte Nistplätze für Seevögel und können so verlassene Küken und Eier identifizieren. Seit Beginn des Projekts im Jahr 2006 kam es zu einer Massenverwaisung von Pinguinküken, welche von SANCCOB-Mitarbeitern künstlich aufgezogen wurden. Durch die engagierte Mithilfe der Bevölkerung Südafrikas können seitdem jedes Jahr zahlreiche Pinguinküken in einer speziellen, hochwertig ausgestatteten Kükenaufzuchtstation aufgezogen und wieder ausgewildert werden.
Außerdem werden von SANCCOB geeignete Vorsorge- und Reaktionsmaßnahmen zur Eindämmung der Risiken einer Ölkatastrophe zusammen mit den ansässigen Behörden getroffen. Teams von geschulten Freiwilligen aus dem In- und Ausland ergänzen das Engagement der SANCCOB-Mitarbeiter, sodass die Organisation jährlich über 2500 verletzte, kranke und mit Öl verschmutze Seevögel rettet.
Durch ein umfangreiches Informationsangebot für die Bevölkerung engagiert sich SANCCOB für die Aufklärung und Sensibilisierung der lokalen und globalen Öffentlichkeit. Durch verschiedene Kurse, Führungen durch die Einrichtungen, Präsentationen und Begegnungen mit Botschafterpinguinen möchte die Organisation der Bevölkerung hilfreiche Alltagsmaßnahmen und ein verantwortungsvolles Handeln vermitteln. Dies soll helfen, intakte Meere zu sichern, das Leben im Meer zu schützen und auf eine harmonische Koexistenz zwischen Menschen und Meereslebewesen hinzuarbeiten.
SANCCOB unterstützt zudem Forschungsvorhaben, um das Verhalten von Seevogelarten, Krankheiten und andere Faktoren, die sich auf ihr langfristiges Überleben auswirken, näher zu untersuchen, sodass unser Wissen über diese gefährdete Tierart bestmöglich erweitert werden kann.
Was kann Jeder tun?
- Den Artenschutz-Euro zahlen und den Zoo Magdeburg bei seinen Artenschutzprojekten unterstützen
- Keine Einwegflaschen (PET), sondern Mehrwegflaschen, z.B. aus Glas und Edelstahl verwenden
- Keine Kosmetika kaufen, in denen Mikroplastik enthalten ist
- Stoffbeutel und Mehrwegdosen statt Plastiktüten und -folie verwenden
- Keine in Plastik eingeschweißten Lebensmittel kaufen! Alternative: Unverpacktläden, Bauernmärkte
- Geschirr aus Holz, Mais, Bambus statt Plastikgeschirr verwenden
- Keine synthetische (Sport-)Kleidung tragen, denn beim Waschen gelangt Mikroplastik in den Wasserkreislauf
Weiterführende Informationen
https://sanccob.co.za
Veranstaltungstipps (Auszug) im Zoo Magdeburg
- 24.04.2026: Abendsafari im Zoo, 18:00 Uhr
- 05.05.2026: Vortrag im Zoo, 17:00 Uhr
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Pressekontakt
Zoo Magdeburg – Pressesprecherin
Dipl.-Ing. Regina Jembere
Tel.: 0391 / 28090-2510
E-Mail: zoopresse@zoo-magdeburg.de
