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30 Jahre Giraffenhaltung: Einzug neuer gefiederter Mitbewohner geplant

Rothschild-Giraffen Zarah und Shani (vlnr) / Zoo Magdeburg
Rothschild-Giraffen Zarah und Shani (vlnr) / Zoo Magdeburg

Magdeburg bekam vor 30 Jahren ein Giraffenhaus auf ungewöhnliche Weise. Für die ARD-Spielshow ‚Jetzt oder nie‘ suchte man damals besondere lokale Projekte des öffentlichen Lebens, die in kurzer Zeit im Rahmen einer Wette realisiert werden sollten. Der damalige Zoodirektor Wolfgang Puschmann ergriff beherzt die Chance und schlug den Bau eines Giraffenhauses in Magdeburg vor. Die Fernsehwette sollte das Unmögliche wahr werden lassen: den Bau eines Giraffenhauses in nur 80 Stunden. Nach Fertigstellung des achteckigen Fundamentes mit den Grundleitungen – dieser Teil gehörte nicht zur Wette – startete am 26.10.1991 die Wette. Mit großem Enthusiasmus beteiligten sich hunderte freiwillige Helfer aus Magdeburg und vielen weiteren Orten. Tag und Nacht wurde gearbeitet – dann das Unfassbare: Der Baukran kracht nachts auf das Dach. Damit war der Wettlauf gegen die Zeit verloren, dennoch bekam Magdeburg nach nur 110 Stunden das wahrscheinlich in kürzester Bauzeit geschaffene Giraffenhaus. Ohne das riesige Engagement der Magdeburger und zahlreicher Unterstützer aus dem Umland und den Nachbarbundesländern hätte es wahrscheinlich kein so schnelles Happy End gegeben. Als Musterbeispiel für ökologisches Bauen galt damals die Tragkonstruktion aus Brettschichtholz mit begrüntem Dach. Sie überspannt die drei Giraffen-Innengehege. In Fachkreisen bewunderte man diese ökologische Bauweise und den Mut, riesige Glasflächen für die Außenwände einzubauen, die den Giraffen auch im Winter den Weitblick in die Umgebung ermöglichen. Das Gründach und die fast ausschließliche Verwendung von Holz als Baustoff haben sich klimatisch gut bewährt. Trotz der kurzen Bauzeit hat das Giraffenhaus nach 30 Jahren Nutzung, bisher geringe Instandsetzungsarbeiten erfordert.

Vor 30 Jahren fieberte Magdeburg den Tag entgegen, Giraffen in der Elbestadt bestaunen zu können. Am 2. November 1991 war es so weit: die ersten Netzgiraffen Hanna und Fidelitas bezogen das Giraffenhaus. Ein halbes Jahr später zog der erste Giraffenbulle Charly ein.

Der Zoo zählte im Tierbestand bisher 21 Giraffen, darunter acht Jungtiere. Derzeit leben in Magdeburg die Rothschild-Giraffen ‚Zahra‘ und ‚Shani‘. Am Giraffenhaus wird aktuell die alte Voliere, die von Bienenfresser bewohnt wurde, ertüchtigt. Bis zum Frühjahr ziehen hier Webervögel und Doppelspornfrankoline ein. Im Aquarium wird es neue Fischarten zu bestaunen geben.

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