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Arten retten und Aussterberisiko umkehren

Goldenes Löwenäffchen_Zoo Magdeburg_Michael Schröpel
Goldenes Löwenäffchen_Zoo Magdeburg_Michael Schröpel

Weltweiter „Reverse the Red Day“ am 7. Februar 2026

Magdeburg, 3. Februar 2026. „Mehrere Tausend Arten verschwinden jährlich von unserem Planeten. Dieses Artensterben zu stoppen, ist eine Gemeinschaftsaufgabe, an der sich der Zoo Magdeburg aktiv beteiligt. Als Mitglied des Europäischen Verbandes der Zoos und Aquarien (EAZA) ist der Zoo Magdeburg ex-situ an 70 Europäischen Erhaltungszuchtprogrammen, sechs Europäischen Erhaltungszuchtbüchern und zehn In-situ Artenschutzprojekten weltweit beteiligt“, erklärt Zoogeschäftsführer David Pruß. Es sei wichtig, die Ergebnisse der Artenschutzprojekte und die Beiträge der Zoos einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Ziel sei es, dass Arten auf der Roten Liste in weniger bedrohte Kategorien zurückgestuft werden, das Aussterberisiko umgekehrt wird.

Der weltweite Aktionstag „Reverse the Red Day“ (zu Deutsch: das Rote umkehren“) bezieht sich auf die gefährdeten Arten der Roten Liste der Weltnaturschutzunion IUCN. Die Gesellschaft ist gefordert, Arten zu retten und das Aussterberisiko umzukehren. Zoos kommt eine zentrale Rolle zu, den Bedrohungsstatus der Tierarten auf der Roten Liste positiv zu beeinflussen durch ihre koordinierten Erhaltungszuchtprogramme, fachlicher Expertise bei der Wiederansiedlung stark gefährdeter Arten in der Natur, ihrer zoologischen und tiermedizinischen Forschung, Bildung und Sensibilisierung der Öffentlichkeit für den ganzheitlichen Naturschutz.

Nachzuchten aus dem Zoo Magdeburg erfolgreich ausgewildert

Der Zoo Magdeburg hat erfolgreich zahlreiche Nachzuchten der Europäische Wildkatze im Bayrischen Wald ausgewildert, ebenso Habichtskäuze in Österreich, mehrere Addaxantilopen in Marokko oder auch das Goldgelbe Löwenäffchen im brasilianischen Regenwald ausgewildert. Der Bestand der Goldgelben Löwenäffchen wird auf 1400 Tiere geschätzt (Quelle: IUCN Red List/letzte Aktualisierung 26.01.2015). Diese Art hat sich auf der IUCN Roten Liste von „vom Aussterben bedroht (CR)“ auf „stark gefährdet (EN)“ verbessert. Auswilderungsprojekte gelten in der Biodiversitäts- und Artenschutzarbeit der Zoos als wichtige, aber zugleich hochkomplexe und anspruchsvolle Maßnahmen. Gemäß den IUCN-Richtlinien für Wiederansiedlungen (Weltnaturschutzorganisation) sind Auswilderungen langwierige, komplexe und kostenintensive Prozesse, die einer gründlichen wissenschaftlichen Vorbereitung, Machbarkeitsstudien und umfassenden Risikoanalysen bedürfen. Dabei geht es nicht nur darum, Tiere freizusetzen, sondern innerhalb ihres wiederaufgebauten Lebensraums eine langfristig lebensfähige Population zu etablieren und die Ursachen des ursprünglichen Artenschwunds nachhaltig zu beheben. Viele Projekte weltweit sind sowohl technisch als auch ökologisch herausfordernd, einige scheitern trotz größter Sorgfalt, andere erreichen erst nach Jahren stabile Erfolge. Die IUCN-Richtlinien betonen, dass jede Wiederansiedlung streng auf ihre individuellen Chancen und Risiken geprüft werden muss und nicht als Standard- oder Allheilmaßnahme verstanden werden darf. Entgegen pauschalen Forderungen aus Teilen der Tierrechtsbewegung, die häufig Auswilderungen ohne fundierten fachlichen Hintergrund und mit hohem ideologischem Druck verlangen, kann eine Auswilderung nicht immer und überall erfolgen; unreflektierte Freisetzungen würden nicht selten zum Nachteil der betroffenen Individuen und der lokalen Ökosysteme ausfallen, statt einen nachhaltigen Naturschutzbeitrag zu leisten.

Was ist Reverse the Red?

Reverse the Red ist eine globale Bewegung, die strategische Zusammenarbeit fördert, um den Verlust der biologischen Vielfalt umzukehren und das Überleben von Arten und Ökosystemen zu sichern. Die Initiative vereint führende Wissenschaftler, Naturschutzorganisationen und Partner weltweit und setzt auf einen daten- und wissenschaftsbasierten Ansatz im Artenschutz.
Reverse the Red unterstützt Regierungen, Organisationen und lokale Gemeinschaften mit Werkzeugen und Fachwissen bei der Umsetzung internationaler Biodiversitätsziele und hebt erfolgreiche Naturschutzmaßnahmen hervor.

Weitere Informationen: www.reversethered.org

IUCN-Rote Liste: Frühwarnsystem für die Artenvielfalt

Die Rote Liste der bedrohten Arten der IUCN ist seit 1964 das weltweit wichtigste Frühwarnsystem für den Zustand der biologischen Vielfalt. Sie zeigt, welche Tier-, Pilz- und Pflanzenarten vom Aussterben bedroht sind – und liefert damit die wissenschaftliche Grundlage für wirksamen Naturschutz und politische Entscheidungen.

Mit dem Grünen Status der Arten richtet die IUCN den Blick nach vorn: Er macht sichtbar, wo Schutzmaßnahmen wirken und Arten sich erholen. Der Grüne Status ergänzt die Rote Liste um eine positive Perspektive und zeigt, dass Naturschutz Erfolge erzielt. Am Reverse the Red Day steht genau diese Botschaft im Mittelpunkt: Artenverlust ist kein Schicksal – wir können ihn umkehren.

Weiterführende Informationen

https://www.zoo-magdeburg.de/artenschutz-euro/
https://www.zoo-magdeburg.de/ueber-uns/aktion-naturschutz/
https://www.reversethered.org/reverse-the-red-day

Veranstaltungstipps Januar/Februar (Auszug) im Zoo Magdeburg

  • 02./04.02./06.02.2026: Zoo-Winterferienprogramm, 10:00 Uhr–12:30 Uhr
  • 08.02.2026: Sibirisches Lagerfeuer

Pressekontakt
Zoo Magdeburg – Pressesprecherin
Dipl.-Ing. Regina Jembere
Tel.: 0391 / 28090-2510
E-Mail: zoopresse@zoo-magdeburg.de

Weitere Informationen und Bildmaterial:
www.zoo-magdeburg.de/pressemeldungen

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