Magdeburger Tiger auf internationaler Mission
Der Zoo Magdeburg freut sich über einen wichtigen Beitrag zum Europäischen Erhaltungszuchtprogramm (EEP) für Sibirische Tiger (Panthera tigris altaica): Der ehemals in Magdeburg lebende Tiger Kratz ist gut durch die Quarantäne im ungarischen Zoo Sóstó gekommen. Dort traf er mittlerweile auf die Tigerin Irina.
Nach der vorgeschriebenen Quarantänephase lernen sich die beiden Tiere nun kennen – und die ersten Beobachtungen stimmen optimistisch: Beide zeigen Neugier und gegenseitiges Interesse teilten die Ungarn auf ihren Social Media Kanälen mit. Damit besteht gute Aussicht auf eine erfolgreiche Paarbildung im Rahmen des internationalen Artenschutzprogramms.
„Dass Kratz aus dem Zoo Magdeburg nun in Ungarn wieder decken darf, ist ein schönes Beispiel für die nachhaltige und koordinierte Zuchtarbeit europäischer Zoos“, erklärt Zoodirektor Dr. David Pruß. „Mit der Abgabe von Kratz leisten wir einen direkten Beitrag zur genetischen Vielfalt dieser stark bedrohten Großkatzenart. So können wir eine Reservepopulation aufbauen, denn der Schwund der Tiger in Asien schreitet immer weiter voran.“
Der Sibirische Tiger ist die größte Katze der Welt – ausgewachsene Männchen erreichen ein Gewicht von bis zu 250 Kilogramm. In freier Wildbahn leben heute nur noch rund 400 bis 500 Tiere in den Wäldern des Fernen Ostens Russlands und Nordostchinas. Umso wichtiger ist die internationale Zusammenarbeit in den EAZA-Zoos, die gemeinsam den Erhalt der Art sichern.
Kratz war in Magdeburg zuletzt als Vater der vier Tigerjungtiere des Jahres 2025 bekannt geworden, die für großes Besucherinteresse sorgen. Mit seinem Umzug nach Ungarn setzt sich nun seine wichtige Rolle im Erhaltungszuchtprogramm fort – im besten Sinne „im Auftrag des Artenschutzes“.
Über den Zoo
Der Zoologische Garten Magdeburg wurde 1950 gegründet und zählt zu den artenreichsten Zoos in Mitteldeutschland. Auf rund 20 Hektar leben fast 700 Tiere aus 150 Arten. Der Zoo engagiert sich aktiv im internationalen Artenschutz und ist Partner zahlreicher Zuchtprogramme. Er ist eine Einrichtung des Artenschutzes und der Forschung. Im Artenschutz Weltweit vor Ort engagierte sich der Zoo Magdeburg in 65 internationalen Zuchtprogrammen und ist an vier weltweite Artenschutzprojekte beteiligt.
Jährlich besuchen mehr als 300.000 Gäste die Einrichtung. Als außerschulischer Lernort ist der Zoo ein Bildungszentrum, das vielfältige Möglichkeiten im Bereich Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) und Globales Lernen bietet. Der Zoo ist Mitglied der World Association of Zoos and Aquariums (WAZA), der Europaean Association of Zoos and Aquaria (EAZA), des Verbandes der Zoologischen Gärten (VdZ), der Zoologischen Gesellschaft für Arten- und Populationsschutz (ZGAP), des Verbandes deutschsprachiger Zoopädagogen (VZP)
