Zoo Magdeburg unterstützt das Überleben der Blaulatzaras in Bolivien
Erneute Zuchterfolge beim hochbedrohten Blaulatzara und dem Gebirgsara
Der Blaulatzara zählt zu den am stärksten bedrohten Arten der Welt. Der regelmäßige Zuchterfolg im Zoo Magdeburg ist in der Europäischen Erhaltungszucht sehr bedeutend. In Magdeburg sind seit 2013 insgesamt zwölf Jungtiere geschlüpft. Am 13. Juni 2025 schlüpfte erneut ein Blaulatzara. Das Küken hat inzwischen sein Federkleid und wächst prächtig in der Bruthöhle heran. Besucher müssen sich noch kurze Zeit gedulden, bis das Küken flügge ist und in der Voliere bestaunt werden kann.
Vom Aussterben bedroht – endemisch in Bolivien lebender Blaulatzara in Gefahr
In seinem natürlichen Verbreitungsgebiet im Norden Boliviens existiert nur noch eine sehr kleine freilebende Gesamtpopulation. Der Bestand wird auf maximal 450 freilebende Tiere geschätzt, die fragmentierte kleine Räume in den Palmen- und Galeriewäldern besiedeln. Aufgrund starker Beweidung der Flächen fehlt es den Blaulatzaras an hohlen Baumstämmen als geeignete Brutplätze und die Blaulatzaras befinden sich in Konkurrenz mit anderen Papageienarten. Trotz Unterschutzstellung dieser Art seit 1984 (CITES) werden immer noch illegal Vögel gefangen und gehandelt, wenn auch rückläufig; Dank der steigenden Anzahl der Blaulatzaras in menschlicher Obhut. Die Weltnaturschutzunion (IUCN) hat den Blaulatzara im Status vom Aussterben bedroht eingestuft. Der Zoo Magdeburg unterstützt im Rahmen des Artenschutzes weltweit vor Ort die Armonia Conservation Organisation finanziell mit jährlich 3.500 Euro. Seit 2008 beteiligt sich der Zoo Magdeburg am EAZA Ex-situ Erhaltungszuchtprogramm (EEP) für Blaulatzaras, um die Reservepopulation zu stärken und den Erhalt dieser imposanten Krummschnäbel zu sichern. Insgesamt zählten 28 Blaulatzaras zum bisherigen Blaulatzara-Bestand des Zoo Magdeburg. Aktuell bewohnen vier Blaulatzaras die Volieren gegenüber des Tapirhauses. Der Zoodirektor David Pruß berichtet: „In Zukunft werden wir uns noch intensiver auf diese hochbedrohte Art fokussieren und auch abseits der Schauvolieren noch Zuchtpaare halten. Bei einer derart geringen Population ist jeder Haltungsplatz wichtig.“
Weiterer Zuchterfolg bei gefährdeter Papageienart: Zwei Gebirgsaras geschlüpft
Zwei Gebirgsaras sind am 8. Juli 2025 im Zoo Magdeburg geschlüpft. Auch diese Papageienart ist in Nord-Bolivien und außerdem in Ost-Peru und Westbrasilien selten geworden und von der IUCN als gefährdet eingestuft. Der illegale Handel mit Gebirgsaras, die wegen ihres blauen Kopfgefieders auch Blaukopfaras genannt werden, konnte bisher nicht eingedämmt werden. Im Zoo Magdeburg gehört die Papageienart seit 25 Jahre zum Tierbestand. Inzwischen schlüpften im Zoo 33 Gebirgsaras, die den Bestand der europäische Zoopopulation an Gebirgsaras stärkten.
Zoo Magdeburg – Artenschutz weltweit vor Ort
Im Artenschutz weltweit vor Ort engagiert sich der Zoo Magdeburg an 65 internationalen Zuchtprogrammen, darunter für viele vom Aussterben bedrohte oder stark gefährdete Arten wie Spitzmaulnashorn, Galapagos-Riesenschildkröte, Afrikanischer Elefant, Blaulatzara, Brillenpinguin, Sibirischer Tiger. Der Zoo ist an weltweiten Artenschutzprojekten beteiligt und ist beispielsweise Partner des Red Panda Network. Im natürlichen Lebensraum unterstützt der Zoo die Artenschutzprojekte Save the Rhino, Sanccob saves seabirds und die Armonia Conservation Organisation. Der Zoo ist Mitglied der World Association of Zoos and Aquariums (WAZA), der Europaean Association of Zoos and Aquaria (EAZA), des Verbandes der Zoologischen Gärten (VdZ), der Zoologischen Gesellschaft für Arten- und Populationsschutz (ZGAP), des Verbandes deutschsprachiger Zoopädagogen (VZP)
